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AI Glossary Artikel

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Deep Learning

Deep Learning stapelt viele Schichten einfacher mathematischer Einheiten, sodass jede Schicht eine etwas abstraktere ReprĂ€sentation lernt als die darunter. Erst diese Tiefe bringt ein Modell von Pixeln ĂŒber Kanten und Formen zu ‘Katze’, ohne dass jemand definiert hĂ€tte, was eine Kante ist. Jedes große Sprachmodell und jeder Bildgenerator, der heute im Einsatz ist, ist Deep Learning. In der Praxis: Die ersten Schichten eines Vision-Modells erkennen Kanten, die letzten Gesichter — programmiert hat niemand einen der beiden Schritte. ...

Deepfake

Deepfakes verbinden generatives Video oder Voice Cloning mit dem Abbild einer realen Person. Die Erkennung ist unzuverlĂ€ssig und wird schlechter, die praktikablen Abwehrmittel sind deshalb Herkunftsnachweise, Verifikationswege und organisatorische Prozesse. Der EU AI Act legt fĂŒr solche Inhalte Offenlegungspflichten fest. In der Praxis: Eine geklonte CEO-Stimme, die in einem Telefonat eine Überweisung freigibt.

Differential Privacy

Differential Privacy fĂŒgt kalibriertes Rauschen hinzu, sodass sich einzelne DatensĂ€tze nicht aus den Ausgaben zurĂŒckrechnen lassen; ein einstellbares Privacy-Budget beziffert die Garantie. Anders als Anonymisierung ist sie ein Beweis und keine Hoffnung. Der Preis ist Genauigkeit, und das Budget ist ĂŒber alle Abfragen hinweg endlich. In der Praxis: Aggregierte Statistiken veröffentlichen, aus denen sich keine einzelne befragte Person identifizieren lĂ€sst.

Diffusionsmodell

Ein Diffusionsmodell wird darauf trainiert, einen Verrauschungsprozess umzukehren. Aus reinem Rauschen und einem Text-Prompt entrauscht es Schritt fĂŒr Schritt, bis ein Bild entsteht, das zum Prompt passt. Es hat GANs als Standard abgelöst, weil es stabiler trainiert und besser skaliert. In der Praxis: FĂŒnfzig Entrauschungsschritte zwischen zufĂ€lligem Rauschen und einer fertigen Illustration.

Distillation

Bei der Distillation erzeugt ein großes Lehrer-Modell Ausgaben, mit denen ein kleineres SchĂŒler-Modell trainiert wird. Das SchĂŒlermodell ist am Ende gĂŒnstiger und schneller und behĂ€lt auf der Zielverteilung viel vom Verhalten des Lehrers. Die meisten bezahlbaren Produktionsmodelle sind aus etwas GrĂ¶ĂŸerem destilliert. In der Praxis: Ein Modell, das 10× kleiner und 20× gĂŒnstiger ist und 90% deines Traffics genauso gut bedient.

Durchsatz

Durchsatz ist die Frage nach der KapazitĂ€t, getrennt von der Frage nach der Geschwindigkeit, fĂŒr die die Latenz steht. Batching erhöht den Durchsatz und erhöht dabei die einzelne Latenz — genau der Tausch, den du fĂŒr Offline-Jobs willst, und genau der falsche fĂŒr Chat. In der Praxis: Eine Million Klassifikationen ĂŒber Nacht als Batch; niemand schaut auf die Uhr.

Embedding

Ein Embedding verwandelt Text, ein Bild oder ein Objekt in einen Vektor in einem hochdimensionalen Raum, der so angeordnet ist, dass semantische Ähnlichkeit zu geometrischer NĂ€he wird. Diese eine Eigenschaft trĂ€gt die semantische Suche, Empfehlungen, Clustering und die Retrieval-HĂ€lfte von RAG. In der Praxis: ‘Auto’ und ‘Wagen’ landen nah beieinander; ‘Auto’ und ‘Automat’ nicht, obwohl sie sich fast alle Buchstaben teilen.

Emotionserkennungssystem

Artikel 3(39) definiert den Begriff, Artikel 5 verbietet den Einsatz am Arbeitsplatz und in der Bildung, mit engen Ausnahmen fĂŒr medizinische und Sicherheitszwecke. Ansonsten gilt er in der Regel als hochriskant. Die wissenschaftliche Grundlage dafĂŒr, Emotionen aus Gesicht oder Stimme abzuleiten, ist umstritten — auch deshalb ist die BeschrĂ€nkung so streng. In der Praxis: Software, die behauptet, die Begeisterung von Bewerbern aus einem Video-Interview zu bewerten.

Epoche

Training braucht normalerweise viele Epochen, weil ein einziger Blick auf die Daten selten reicht. Zu wenige, und das Modell lernt zu wenig; zu viele, und es fĂ€ngt an auswendig zu lernen. Sehr große Modelle trainieren manchmal weniger als eine einzige Epoche, schlicht weil der Datensatz riesig ist. In der Praxis: Zehn Epochen ĂŒber 50.000 Bilder heißt: Das Modell hat jedes Bild zehnmal gesehen.

ErklÀrbarkeit

Bei ErklĂ€rbarkeit geht es um das Publikum: Eine ErklĂ€rung muss fĂŒr die Person brauchbar sein, die sie braucht — fĂŒr Antragstellende, fĂŒr PrĂŒfende, fĂŒr Entwickelnde. Oft entsteht sie durch nachgelagerte Verfahren, die das Verhalten des Modells annĂ€hern, statt seinen tatsĂ€chlichen Mechanismus offenzulegen. Diese AnnĂ€herung ist eine echte EinschrĂ€nkung, keine Spitzfindigkeit. In der Praxis: ‘Abgelehnt vor allem wegen des VerhĂ€ltnisses von Schulden zu Einkommen und der kurzen Kredithistorie.’